Wege der Heilung und Förderung und Wirkfaktoren in der Integrativen Therapie - Orientierung im therapeutischen Prozess und der alltäglichen Lebensgestaltung
Aktualisiert: 19. Okt.

In der Integrativen Therapie (IT) wird Psychotherapie nicht nur als Heilbehandlung verstanden. Die IT ist - im Sinne einer ganzheitlichen und umfassenden Humantherapie - auch ein Weg zur Förderung von Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheit, Beziehungsfähigkeit, Rollenflexibilität, Autonomie, Souveränität, Lebenssinn und Lebensqualität.
Die 4 Wege der Heilung und Förderung sowie die evidenzbasierten 17 Heil- und Wirkfaktoren sind dabei hilfreiche Orientierungen für den therapeutischen Prozess.
Erster Weg: Bewusstseinsarbeit - Sinnfindung
Verstehe ich mich selbst?
Wie verstehe ich andere Menschen und das Leben?
Sie lernen in der Therapie, sich selbst besser zu verstehen und entwickeln ein differenziertes Bewusstsein für ihre eigenen Gefühle, Gedanken, Körperreaktionen, Lebensgeschichte, Beziehungserfahrungen und wiederkehrende Muster sowie die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie.
Beispielsweise schauen wir gemeinsam auf Fragen wie: Wie verarbeite und reguliere ich meine Emotionen? Warum reagiere ich so und nicht anders? Was hat mich zu dem Menschen geformt, der ich heute bin? Was tut mir gut? Was tut mir nicht gut? Was brauche ich? Welchen Sinn möchte ich meinem Leben geben?
Ziele dieses Weges sind Heilung und Persönlichkeitsentwicklung durch mehr Selbstbewusstsein, Klarheit, Einsicht, Selbstverständnis und innere Orientierung sowie die Entdeckung des persönlichen Lebenssinns.
Zweiter Weg: Nachsozialisation - Grundvertrauen
Fühle ich mich zugehörig?
Wie erlebe ich mich in Beziehungen?
Kann ich Liebe spüren und Liebe geben?
Wie gehe ich mit mir selbst um?
Als Menschenkinder sind wir von unseren frühen Bezugspersonen existentiell abhängig. Die Bindung zu unseren Eltern aufrecht zu erhalten ist im wahrsten Sinn des Wortes, eine Überlebensnotwendigkeit. Hierfür erdulden wir beinahe alles, unterwerfen uns falls erforderlich und unterdrücken unsere Intentionen, Bedürfnisse, Gefühle oder die kindliche Lebensfreude.
Erschwerend kommt hinzu, dass Kinder (bis zu einem Alter von etwa 8 Jahren) negative Beziehungserfahrungen ausschließlich sich selbst zuschreiben. Die Eltern werden idealisiert und als Kinder fehlt es uns an der kognitiven Fähigkeit das Fehlverhalten der Eltern diesen selbst oder äußeren Umständen zuzuordnen. Der Gedanke eines misshandelten Kindes könnte beispielsweise lauten: "Mama macht keine Fehler. Wenn sie mich so schlecht behandelt, gibt es also nur eine logische Erklärung. Ich bin schlecht und habe es verdient." Dies hinterlässt gravierende Spuren in Identität und Selbstwert, die die Beziehungsfähigkeit nachhaltig beeinträchtigen.
Vor diesem Hintergrund scheint nachvollziehbar, dass die meisten Probleme, Verletzungen und Traumatisierungen, die Menschen in die Psychotherapie führen, ihren Ursprung in Beziehungserfahrungen haben und demzufolge nur in Beziehung geheilt werden können. Eine vertrauensvolle und tragfähige therapeutische Beziehung ist Grundvoraussetzung, Medium und Hauptwirkfaktor einer gelingenden Psychotherapie. Im geschützten Raum dieser sicheren und verlässlichen Beziehung, können Sie (vielleicht zum ersten Mal) die heilsame Erfahrung machen angenommen, ernst genommen und unterstützt zu werden. Alte Beziehungserfahrungen können verstanden werden und neue korrigierende Erfahrungen werden möglich.
Die Ziele dieses Weges sind die Wiederherstellung von Persönlichkeitsstrukturen und Grundvertrauen, die durch Entbehrungen und Traumata beschädigt oder unzureichend ausgebildet wurden. Es geht um die Entwicklung von (Selbst-)Vertrauen, Selbstwert, Verbundenheit, emotionaler Sicherheit, Beziehungsfähigkeit, Autonomie und Selbstfürsorge.
Dritter Weg: Ressourcenorientierte Erlebnisaktivierung - Persönlichkeitsentfaltung - Lebensgestaltung
Bin ich neugierig auf mich selbst, meine Mitmenschen und das Leben?
Kann ich mich in Begegnungen und Beziehungen entfalten?
Wie kann ich das Projekt meiner Persönlichkeitsentwicklung gestalten?
In der Integrativen Therapie geschieht Heilung und Wachstum nicht nur durch Reden und Verstehen. Psychotherapie kann auch Aktivierung und Stimulierung im Rahmen einer geschützten und förderlichen Beziehung bedeuten. Sie ermöglicht neue Erfahrungen, durch Ausprobieren, Kreativität, Bewegung, Körperwahrnehmung, Imagination und Übungen sowie positive Erlebnisse. Vielleicht verschüttete, wenig genutzte oder ganz neue Fähigkeiten, Stärken und Möglichkeiten können entdeckt werden. Sie können neue und alternative Verhaltensweisen und Erlebnismöglichkeiten erproben und sich selbst auf neuen Wegen erfahren. Dabei dürfen Sie erleben: „Ich kann etwas verändern. Ich kann meine Ver-wicklungen erkennen und mich ent-wickeln.“
Ziele dieses Weges sind die Entfaltung persönlicher und gemeinschaftlicher Ressourcen und Potentiale, die Eröffnung von Möglichkeitsräumen sowie die Entwicklung von Lebendigkeit, Selbstwirksamkeit, Kreativität und Handlungsspielraum.
Vierter Weg: Solidaritätserfahrung – Metaperspektive und Engagement - alltagspraktische Hilfe
Habe ich das Gefühl meinen Weg alleine gehen zu müssen?
Wo kann ich Unterstützung erfahren und Unterstützung geben?
Fühle ich mich ohnmächtig?
Wie kann ich Solidarität und einen gemeinsamen Zukunftsentwurf gewinnen?
"Mensch wird man durch den Mitmenschen." (Hilarion Petzold) Wir brauchen Verbundenheit um uns zu entwickeln, zu wachsen, zu überleben. Auch Heilung gelingt leichter, wenn wir uns nicht isoliert fühlen, sondern Unterstützung, Zugehörigkeit und sinnvolle Beziehungen erleben.
Darum schauen wir in der Therapie auch auf Ihr soziales Umfeld: Familie, Freundschaften, Partnerschaft, Arbeit, Gemeinschaften, Netzwerke und Lebensbedingungen. Es geht darum, Unterstützung zu finden und zu geben, Grenzen zu setzen und tragfähige Beziehungen zu stärken.
Ziele dieses Weges sind die Entwicklung von Bewusstheit für die gesellschaftlichen Ausprägungen sowie das eigene individuelle Erleben von Entfremdung. Es geht darum schädigenden und abträglichen Lebensumständen und Entwicklungen in engagierter (Selbst-)Verantwortung entgegenzutreten, durch mehr soziale Einbindung, Solidarität, gegenseitiger Hilfeleistung, Entwicklung von Zukunftsperspektiven und dem Gefühl: „Wir müssen unseren Weg nicht allein gehen.“
Die 17 Heil- und Wirkfaktoren
Im Rahmen dieser 4 Wege der Heilung und Förderung kommen die 17 Heil- und Wirkfaktoren, je nach Person, Schweregrad der Erkrankung, individueller Lebenslage und persönlichen Therapiezielen, zum Einsatz. Sie beschreiben, was in der Psychotherapie aber auch im alltäglichen Leben heilsam sein, hilfreich wirken und den therapeutischen Prozess unterstützen kann.
1. Einfühlendes Verstehen und Empathie
In der therapeutischen Beziehung erleben Sie Mitgefühl, Empathie und Wertschätzung sowie das Gefühl, dass jemand vorurteilsfrei versucht, Sie zu verstehen.
2. Emotionale Annahme und Stütze
Sie dürfen in der Therapie die Erfahrung machen: Hier werde ich akzeptiert und ernst genommen, so wie ich bin. Für meine Gedanken und Gefühle werde ich nicht bewertet oder beschämt. Sie erfahren Entlastung, Trost, Ermutigung, positive Zuwendung und Unterstützung.
3. Hilfe bei praktischer Lebensbewältigung
Es geht in der Therapie auch um konkrete Fragen und Herausforderungen des alltäglichen Lebens: aktuelle Probleme, Belastungen, Entscheidungen, Konflikte und Organisatorisches. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen und Wegen zur Erschließung von Ressourcen. Sie erhalten Rat und gegebenenfalls auch tätige Hilfe, beispielsweise in der gemeinsamen Erstellung einer detaillierten To-do-Liste oder einer szenischen Arbeit zur Findung einer Entscheidung.
4. Förderung von emotionalem Ausdruck und Entscheidungskraft
In der Therapie werden Sie darin unterstützt Ihre Gefühle differenziert wahrzunehmen. Sie werden ermutigt Ihre Gefühle zuzulassen, zu zeigen und erfahren die entlastende und das Nervensystem regulierende Wirkung des emotionalen Ausdrucks.
Gleichzeitig werden Sie darin bestärkt, Entscheidungen zu treffen und ins Handeln zu kommen.
5. Förderung von Einsicht, Sinnerleben und Evidenzerfahrung
Durch das Verstehen Ihres Gewordenseins, durch das Begreifen der Zusammenhänge zwischen Ihrem aktuellen Erleben mit Ihrer Biographie und Familiengeschichte, können Sie Ihrem Selbsterleben Sinn geben. Dabei kann es zu Erfahrungen vitaler Evidenz kommen: Momente in denen Sie Zusammenhänge nicht nur kognitiv verstehen, sondern deren Wahrheitsgehalt leibhaftig spüren und wahrnehmen können.
6. Förderung von Kommunikation und Beziehungsfähigkeit
In der Therapie betrachten und entfalten Sie Ihre sozialen Fertigkeiten. Sie entwickeln Empathie für sich selbst und andere. Gleichzeitig lernen Sie für sich einzustehen, Bedürfnisse, Grenzen und Gefühle klarer auszudrücken sowie Beziehungen bewusster und förderlich zu gestalten.
7. Förderung von leiblicher Bewusstheit, Selbstregulation und psychophysischer Entspannung
Durch verschiedenste Interventionen und Übungen, entwickeln Sie in der Therapie Ihre Fähigkeiten zu achtsamer Empfindung, Wahrnehmung und eigenleiblichem Spüren. Sie lernen Techniken zur Entspannung und Regulation von Emotionen und Stresszuständen. Anspannung, Entspannung, Atmung, Haltung und Stressreaktionen werden bewusst gemacht und als veränderbar erlebt.
8. Förderung von Lernmöglichkeiten, Lernprozessen und Interessen
Die Integrative Therapie betrachtet den Menschen als Lernenden auf seinem Weg durch die Lebenswelt. Leben bedeutet Lernen, manchmal auch Dysfunktionales. Was gelernt wurde kann jedoch auch zurückgelassen oder umgestaltet werden. Die Neuroplastizität unseres Gehirns ermöglicht uns lebenslanges Lernen und Veränderung.
Psychotherapie bedeutet daher immer auch Lernen. Gemeinsam erkunden und entwickeln wir neue Möglichkeiten, neue Perspektiven, neue Fähigkeiten, neue Interessen und neue Wege im Umgang mit sich selbst, Beziehungen, Problemen und Herausforderungen.
9. Förderung kreativer Erlebnismöglichkeiten und Gestaltungskräfte
Manchmal fehlen die Worte, Erinnerungen sind nicht zugänglich, der Blick in die Zukunft ist getrübt und eine Lösung oder Veränderung scheint undenkbar. Dann kann der Zugang über kreative Medien - insbesondere in Kombination mit Entspannung - hilfreich sein, Inneres auszudrücken, Verborgenes zu entdecken, neue Perspektiven und Lösungen zu finden sowie sich selbst auf andere Art zu erfahren.
Dabei sind alle Angebote, die ich Ihnen in der Therapie mache, Einladungen zu Experimenten in einer Haltung von Offenheit, Wertschätzung und Neugier. Sie können in der kreativen Gestaltung keine Fehler machen!
10. Erarbeitung positiver Zukunftsperspektiven
Vor dem Hintergrund Ihrer Vergangenheit und alldem was im Hier und Jetzt belastet, schwer ist, nicht gelingen mag oder unmöglich scheint, ist immer wieder der gemeinsame Blick auf das was gelingt, was möglich ist, was Sie wollen sowie auf Ihre Stärken und Ressourcen von herausragender Bedeutung. Darüber hinaus werden Sie in der Therapie auch in der Planung und Umsetzung realistischer, kleiner Schritte unterstützt.
Es geht darum, wieder Hoffnung, Zuversicht, Selbstvertrauen, Ziele und einen positiven Blick in die Zukunft zu entwickeln, Selbstwirksamkeit zu erfahren und vielleicht sogar ein wenig Leichtigkeit zu erleben.
11. Förderung positiver Wertebezüge und existenzieller Orientierung
In der Therapie geht es auch um die Bewusstwerdung der im Lebensverlauf erfahrenen Werte. Sie können klären und erarbeiten, was Ihnen wichtig ist: Ethik, Moral, Sinn, Würde, Verantwortung, Spiritualität oder Lebenshaltung.
12. Förderung eines prägnanten Selbst- und Identitätserlebens
Unsere Identität und unser Selbsterleben werden maßgeblich durch übernommene Zuschreibungen wichtiger Bezugspersonen und anderer Menschen auf unserem Lebensweg geformt. Dieser Prozess setzt sich unser Leben lang fort.
Daher geht es in der Therapie auch um die Entwicklung von Abgrenzungsfähigkeit, die Überwindung von Stigmatisierungen und die Ermöglichung positiver Identitätserlebnisse in Beziehungen und sozialen Netzwerken.
13. Förderung tragfähiger sozialer Netzwerke
In der Integrativen Therapie wird der Mensch immer auch in seinem sozialen Netzwerk über die Lebenszeit betrachtet. Demzufolge kommt es immer wieder zum Einbezug von Familie, wichtigen Bezugspersonen, Freunden, Vereinskollegen oder Arbeitskollegen in den therapeutischen Prozess, manchmal real, meist mental, in Gespräch, Imagination oder szenischer Arbeit.
Es geht auch um den Aufbau und die Erhaltung nährender Beziehungen sowie eines förderlichen, stützenden und stärkenden sozialen Netzwerks. Gegebenenfalls auch um den Abbau, also die Beendigung oder Veränderung von schädigenden Beziehungen.
14. Ermöglichung von Empowerment- und Solidaritätserfahrungen
Gruppentherapie, Gruppenselbsterfahrung oder Selbthilfegruppen ermöglichen Erfahrungen wie
Normalisierung von Symptomen oder Erleben, Wissensaustausch und gegenseitige Unterstützung sowie das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein. Auch Mitgliedschaft in Vereinen oder ehrenamtliche Tätigkeiten können mit derartigen Erfahrungen das Leben bereichern.
Sie erleben: „Ich bin nicht ohnmächtig. Ich kann mitgestalten. Andere stehen mir bei – und ich kann auch für andere da sein.“
15. Förderung eines lebendigen und regelmäßigen Naturbezugs
Schon ein 20minütiger Spaziergang im Wald lässt die Stresshormone sinken, aktiviert das parasympathische Nervensystem und führt so zu einer signifikanten Entspannung und Verbesserung des Wohlbefindens. Aus diesem Grund werden Naturaufenthalte und Gartenarbeit sowie Kontakt mit Tieren, im Rahmen psychiatrischer Rehabilitation, therapeutisch eingesetzt.
Daher werde ich Sie in der Therapie dazu ermutigen regelmäßig Zeit in der Natur zu verbringen und dabei auf Ihre Wahrnehmungen zu achten. Möglicherweise biete ich Ihnen auch an eine gemeinsame Einheit im Gehen, im Wald oder am Wasser zu verbringen und diese Erlebnisaktivierung mit Achtsamkeitsübungen zu verknüpfen.
16. Vermittlung heilsamer ästhetischer Erfahrungen
Ästhetische Erfahrungen, Momente der Selbstvergessenheit, Flowerlebnisse und Resonanzerfahrungen durch Natur, Musik, Kunst, Literatur, Farben, Formen oder Bewegung können wohltuend und heilsam sein und den therapeutischen Prozess unterstützen.
17. Synergetische Multimodalität
Dieser etwas sperrige Begriff beschreibt das Zusammenwirken von mehreren der soeben beschriebenen Wirkfaktoren, die in ihrer Gesamtheit mehr sind als die Summe der einzelnen Teile. Dies verdeutlicht auch die ganzheitliche und umfassende Herangehensweise der Integrativen Therapie, in der verschiedene Methoden und Ansätze gebündelt werden um Ihren individuellen Bedürfnissen und Zielen sowie der Komplexität Ihrer Lebenssituation gerecht zu werden.
Was bedeutet das alles für die Therapie und den Alltag?
In Integrativen Therapie wird nicht nach einem starren Schema oder manualisiert gearbeitet. Ich bin nicht der Experte im weißen Mantel, der weiß was gut für Sie ist und Sie behandelt. Sie sind der Experte für Ihr Leben und Erleben. Gemeinsam schauen wir, was sich zeigt und was Sie gerade brauchen: Verstandenwerden, emotionale Unterstützung, praktische Hilfe, Entspannungsfähigkeit, Beziehungsklärung, Selbstwert, Zukunftsperspektive, soziale Einbindung oder Naturerfahrung. So entwickelt sich in der Therapie durch einen gemeinsamen und kreativen Prozess ein Bündel an Maßnahmen das weit mehr ist als die Summe der einzelnen Teile. Zudem sollen Sie verstehen können, warum bestimmte Schritte vorgeschlagen werden, und mitentscheiden, was für Sie passend und hilfreich ist. Diese gemeinsame Gestaltung des Prozesses auf Augenhöhe ist in der Integrativen Therapie zentral.
Bei einigen dieser Wirkfaktoren ist das Üben im Alltag von herausragender Bedeutung. Achtsame Wahrnehmung sowie Entspannungs- und Regulationsfähigkeit sind wie Muskeln, die regelmäßig trainiert werden müssen um sich zu entwickeln und nicht zu verkümmern. Zudem sind die neuronalen Erregungsmuster die mit den alten Wegen der Anspannung, Fehlhaltung, Stressbewältigung und Emotionsverarbeitung einhergehen wie Autobahnen in Ihrem Nervensystem. Die neuen Wege, die wir gemeinsam in der Therapie entdecken und beschreiten, sind dagegen wie Trampelpfade im Wald. Werden diese neuen Wege nicht immer wieder begangen, wachsen sie rasch zu. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Gehirn gerne Energie spart und statt neue Trampelpfade durch den Wald zu bahnen, lieber ohne Wiederstand über die Autobahnen rollt.
Neben der Orientierung im therapeutischen Prozess, bieten diese 4 Wege der Heilung und Förderung sowie die Wirkfaktoren der Integrativen Therapie auch Orientierung in der alltäglichen Lebensgestaltung und gewissermaßen eine Folie zur Überprüfung der eigenen Lebensführung: Was nährt? Was zehrt? Was fehlt? Was tut mir gut? Was möchte ich? Was möchte ich nicht mehr? Wie kann ich mir selbst helfen? Wie möchte ich leben? Welchen Sinn möchte ich meinem Leben geben?
Weitere Heil- und Wirkfaktoren
Über diese 17 Heil- und Wirkfaktoren der Integrativen Therapie hinausgehend, können die folgenden Faktoren nachgewiesenermaßen positive Auswirkungen auf Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden haben.
Förderung regelmäßiger Bewegung
Ernährungsumstellung
Supplementierung diverser Nährstoffe und Spurenelemente
Reduktion der Smartphone-Nutzung auf maximal 2 Stunden täglich
Reduktion des Konsums von (negativen) Nachrichten
Im Detail (inklusive Quellennachweise und Links) werde ich auf diese Faktoren in meinem nächsten Blogartikel eingehen.
Die folgende Übersicht der Inhalte dieses Artikels, können Sie im Anschluss als PDF zum Ausdruck in A4 herunterladen.

Literatur und weiterführende Informationen:
Leitner, A., & Höfner, C. (2020). Handbuch der Integrativen Therapie (2. Aufl.). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-60594-3
Petzold, H. G. (2012). Integrative Therapie – Transversalität zwischen Innovation und Vertiefung: Die „Vier Wege der Heilung und Förderung“ und die „14 Wirkfaktoren“ als Prinzipien gesundheitsbewusster und entwicklungsfördernder Lebensführung. POLYLOGE: Materialien aus der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit, 15/2012. https://www.fpi-publikation.de/polyloge/15-2012-petzold-h-g-2012h-transversalitaet-innovation-vertiefung-vier-wege/
Petzold, H. G., Orth, I., & Sieper, J. (2016). „14 plus 3“ – Einflussfaktoren und Heilprozesse im Entwicklungsgeschehen: Belastungs-, Schutz- und Resilienzfaktoren – Die 17 Wirk- und Heilfaktoren in den Prozessen der Integrativen Therapie – A preliminary report. POLYLOGE: Materialien aus der Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, 31/2016. https://www.fpi-publikation.de/polyloge/31-2016-petzold-h-g-orth-i-sieper-j-2014d-2016n-14-plus-3-einflussfaktoren-und-heilprozesse-im-entwicklungsgeschehen-belastungs-schutz-und-resilienzfaktoren/




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